Gestern Morgen habe ich dein Grab fürs erste „sommerfertig“ gemacht. Ich hab noch wieder gedacht, was für ein schöner Ort „unser“ Friedhof doch ist. Vor dem ganzen traurigen Hintergrund ein Ort, der mich täglich begleitet und an dem ich meistens gerne bin. Ein Friedhof — und trotzdem mitten im Leben. Gestern wurde das wieder besonders deutlich. Unten am Tor vobei gingen Schulklassen zum Sportplatz, zum Üben für die Bundesjugendspiele. Direkt nebenan hörte ich die Kinder im Kindergartenwald spielen und lachen. Irgendwann sangen sie laut „Wie schön, dass du geboren bist …“. Irgendjemand hatte wohl Geburtstag.
Tod und Leben — direkt nebeneinander.
Und du dadurch irgendwie auch immer noch mittendrin. Dabei. Später ging die Kindergartengruppe über den Friedhof, vorbei an deinem Grab zurück zum Kindergarten. Das war so süß. Alle waren gaaaaaanz leise. Eine Erzieherin, die zu deiner Kindergartenzeit schon da war, war auch dabei. So bleibt doch alles irgendwie miteinander verbunden. Als es gegen Mittag wieder ruhiger wurde, habe ich noch bei oder auch „mit“ der Tanja einen Kaffee getrunken und die Stille genossen. Auf der Bank unten bei ihrem Grab. Ist mein neuer Lieblingsplatz. Ich habe dort einfach in den Himmel fotografiert — ohne hinzusehen.
Und irgendwie hat der Himmel geantwortet…
Ich sehe darin einen Engel!

