Am Wochenende hatte ich bei meiner üblichen Runde durch den Wald zur Abwechslung mal Musik über Kopfhörer dabei. Eigentlich mag ich das überhaupt nicht mit den Dingern im Ohr, aber es gibt so Tage, da muss es einfach mal laute Musik sein. Ich vermisse dich und ich vermisse die unbeschwerte Zeit vor deinem Tod. Der Alltag jetzt, mit seinen ewigen Baustellen ist schonmal sehr anstrengend. Auf jeden Fall war es bei meinem Spaziergang mit lauter Musik dann plötzlich genau wie in dem Gedicht „Lebenslänglich“, was so extrem passend ist: „… doch dann ist da ein Lied… und es wird dir wieder klar, du hast lebenslänglich, ohne jemals etwas verbrochen zu haben.“. Die Zufallswiedergabe spielte einen Song den wir 2016 oft gehört haben. Filippa und du fandet ihn damals cool. „Lovers on the sun“ von David Guetta. Damit war die Erinnerung schlagartig da – ein Bild von dir, das sich eingebrannt hat. Eigentlich eine schöne Erinnerung, aber umso schmerzlicher an Tagen, an denen es mir nicht gut geht. Wir waren damals im September 2016 mit Bigsi im Hohl zum Kartoffeln schälen (für ein großes Event mit Reibekuchen und so) und sind mit dem Blauen Blitz nach Hause gefahren. Es war früher Abend und schönes Wetter. Filippa und du wolltet unbedingt noch eine kleine Runde drehen. Mit Bigsi und Musik im blauen Blitz. Ich hatte eine CD drin und darauf war auch dieser Song. Ich sah dich im Rückspiegel, du gucktest in die Landschaft mit Abendrot, hast dieses Lied leise für dich „mitgesungen“ und warst einfach so zufrieden und glücklich in diesem Moment. Den Anblick werde ich nie vergessen. Und deshalb kann ich diesen Song schlecht ertragen, weil ich damit sofort dieses Bild vor Augen habe, das mir das Herz bricht. Somit hat das mit meinem Spaziergang am Wochenende nicht so gut funktioniert. Was mir die Tage auch im Magen liegt, ist die Erstkommunion. An diesen Sonntagen gehen ja wieder viele Kinder zu Erstkommunion. Ich denke an Filippa ’s Erstkommunion, die im Grunde fürchterlich war und an deine Erstkommunion, die du nie hattest. Und an den Moment in jener Nacht, an dem ich wusste, dass du nicht mehr lebst und ich gedacht habe: „Das kann nicht sein!!! Wir haben doch im April Erstkommunion! Da darfst du doch nicht fehlen!“. Solche Ereignisse oder besondere Tage, die andere einfach genießen und sich freuen können, stellen für mich oft einfach nur eine große Herausforderung dar. Es ist und bleibt alles überschattet. Aber wie wir damals schon in einer Traueranzeige geschrieben haben: „Wir können nichts machen, außer weiter!“ Ach!!! Da fällt mir gerade etwas ein, im Zusammenhang mir diesem Satz. Das gehört eigentlich nicht hierher, aber ich kann es jetzt einfach mal spontan loswerden: Unlustige und langweilige Statusmeldungen (mehrmals am Tag) immer mit dem Satz „Weiter, immer weiter!“ sind absolut scheiße und tun mir weh. Ich habe diejenigen schon seit einem Jahr oder so auf „stumm“ gestellt, aber über andere bekommt man so‘ n Schwachsinn ja doch immer irgendwie mit. Darüber sollte ich mich nicht aufregen. Das ist es nicht wert; das weiß ich. Aber es tut mir trotzdem weh, weil dieser „Spruch“ für mich oder uns eine ganz andere Bedeutung hat. Aber Feingefühl geht vielen (auch uns vermeintlich Nahestehenden) sowieso immer mehr verloren. Zum Abschluss jetzt aber noch etwas Positives, was dich vermutlich auch w-i-r-k-l-i-c-h interessiert (und nicht immer nur de Mutter mit ihrem langweiligen Kram 😉). Bei Schalke läuft es riiiiiiiiichtig gut und der Aufstieg wird wirklich immer wahrscheinlicher! Ich hoffe, Filippa steht die letzten Spieltage nervlich noch durch 😅. Papa und sie versuchen immer noch Tickets für den letzten Spieltag zu bekommen, aber das ist glaube ich hoffnungslos. Was glaubst du, was da dann los sein wird! Aber auch da: Schade, dass du das dann nicht mehr erleben darfst. Ich vermisse dich und die Zeit mit dir, Mama 💙





































































































































































































